Nerthus

 

 

 

 

 

 

Weltenbeginn

 

 

 

Lange bevor es die Welt gab, lange bevor es auch nur Etwas gab schlummerte in sich selbst verborgen Alldasseyn. Keine Elemente gab es, keinen Stern und keine Wesen. Alles war IN Alldaseyn. Sich selbst fremd und doch genug so ruht Alldaseyn in sich und im Schoße des Nichts. Umgeben von dem was war, was ist und was sein wird.
Äonen vergingen und Alldaseyn bewegte sich. Da platzte seine Hülle und daraus entsprang die pure Kraft.Diese formte sich unter seinen Träumen zu Sternen und reinem Licht.
Alldaseyn erwachte. 
Die Kraft in ihm schuf die Elemente. Zuerst das Feuer. Dann die Erde.. Feuer und Erde verbanden sich in der ersten heiligen Zeremonie zu Luft.. Ihr Kind war Wasser..
Die Elemente erschaffen aus der ersten göttlichen Energie die sich selbst noch genug war.
Wieder vergingen Äonen und die Elemente spielten miteinander. Immer aufs neue erschufen sie in diesem Spiel Dinge und Kräfte.
Bis sich eines Tages all diese Energien verbanden und aus ihnen das erste, uralte Wesen entstand. Vatermutter Nerthus.
Nerthus noch jung und sich selbst nicht sicher, ruhte im Nichts. Das Nichts schützte und verbarg Nerhus. 
Dann kam der erste schöpferische Gedanke. ES erwachte und erkannte die Aufgabe , die ES sich selbst stellte. Schöpfung! Vielfältig, mannigfaltig,bunt und lebendig. 
ES erkannte aber auch , daß diese Schöpfung den eigenen Tod bedeutet da sich die Kräfte in vielerlei Dinge aufteilen würden.
Dem Kreislauf des Ewigen Schaffen und Vergehens geschuldet begann Nerthus die Welt und die Wesen zu formen . ES wusste, daß die Kräfte , so sie verbraucht , zu Alldaseyn zurückkehren um in dessen Schoß zu ruhen und aufs neue zu erstehen.

 


Schöpfung

Die allen Dingen innewohnende (Energie/Kraft) Nerthus beseelte die Welt. Sie lebte in den Pflanzen und Tieren die aus ihr entsprangen, sie war in den Felsen und im Meer mit all seinen Geschöpfen.Sie erfüllte die Luft,die Erde und das Feuer mit ihrer Kraft.Das Sein war wohlgeordnet. Der Tag folgte der Nacht, der Sommer folgte dem Winter.Nur fehlte ihr ein ebenbürtiger Partner.Da entspross aus diesem Gedanken der Tochtersohn Tuisto. Wie seine Vatermutter Nerthus, vereinte er männlich und weiblich, Licht und Schatten, Gut und Böse , Tag und Nacht , Warm und Kalt-kurz alles gegensätzliche in sich selbst. Vatermutter war nun nicht mehr allein. So ging es über Äonen der Zeit hinweg. Beide lebten in und mit allen Dingen und Wesen.
Es kam eine Zeit, da wollte Vatermutter Nerthus sich ausruhen denn ES war schon so lange in und bei allen Dingen und Wesen. Nerthus sagte zu Tuisto: Tochtersohn , ich muss mich ein wenig ausruhen, kümmere Dich um all die Dinge und Wesen in der Welt, solange ich schlafe, so wie ich es sonst tue. Tuisto versprach es Vatermutter bei seiner Ehre und Nerthus schlief ein.
Lange schlief ES, und nicht ein einziges Mal erwachte Nerthus. Über die Äonen hinweg fühlte Tuisto sich einsam.So gedachte er des Versprechens, die Dinge so zu tun , wie Vatermutter. Und er erschuf aus den einsamen Gedanken alsdann auch ein Wesen. Da Tuisto aber Tochtersohn der allen Dingen innewohnenden Kraft war, hatte er nur die Möglichkeit, das eigenen Wesen zu teilen und so entstand das männliche Prinzip Mannus. Aber Tochtersohn veränderte sich dadurch. Er gab das männliche Prinzip ab und wurde so zum Weiblichen. Die Welt mit allen Wesen und Dingen folgte dem Beispiel und so kamen die Gegensätze in die Welt,getrennt aber immer bestrebt , beieinander zu sein.
Als Vatermutter nach ewigem Schlaf erwachte, fand ES die Welt verändert vor. Nerthus sah, das Neues aus den Gegensätzen entstanden war und ES fühlte , daß ES und Tochtersohn nun nie mehr einsam sein würden.

Die Welt war nun wie sie war. Nerthus ,Tuisto und Mannus waren die ordnenden Kräfte. Alle Wesen lebten mit ihren Gegensätzlichkeiten in Harmonie.
Hin und wieder begab sich Nerthus zur Ruhe und auch Tuisto konnte ausruhen da ja immer Vatermutter und Sohn wachten.
Doch Äonen lassen auch die Allkraft schwinden. So begab es sich, daß Tuisto müde wurde ehe Nerthus erwachte. Da Tuisto den Sohn nicht allein lassen wollte schuf er nocheinmal aus diesen liebevollen Gedanken ein Wesen.Aber Mannus hatte das männliche Erbe erhalten.So schuf Tuisto mit letzter Kraft eine machtvolle weibliche Wesenheit. Voll von Liebe und Schöpferkraft,von Zuneigung und Stärke.Dem Mannus zugetan so wie Mannus ihr zugetan. Gleichwertig. Als sich beide die Hände reichten, schlief Tuisto erschöpft und beruhigt ein.

Das Paar ging durch die Welt und ordnete die Dinge. Doch in Ihnen lebte ja nur ein Teil der Urkraft von Nerthus. So schufen und walteten sie zwar nach bester Kraft aber die Ordnung begann zu zerfallen. Unmerklich erst. So fraß die Spinne die Fliege dann der Spatz die Spinne,der Adler den Spatzen.
Als das urgöttliche Paar es bemerkte, war es zu spät. Die althergebrachte Ordnung war verschwunden.
Trauer überfiehl die Beiden- und Nerthus schlief noch immer...
Lange Zeiten gingen über die Welten.Das urgöttliche Paar vergass fast ihren Schöpfer Tuisto.
Auch Nerthus Andenken verblasste und der Name klang nun anderst: Nerta.
Als die Welt fast aus den Fugen geriet erwachte Vatermutter aus dem Schlaf. ES sah sich um und vermisste Tuisto. Als Vatermutter zum Himmel blickte, erkannte ES daß der Tochtersohn seine Kraft verbraucht hatte und die Knochen in leuchtenden Funken auf ewig das Firmament schmücken werden.

Da verhüllte sich Vatermutters Gestalt in Trauer. Wasser fiehl vom Himmel und stieg als Nebel wieder von der Erde auf.
Das Urgöttliche Paar trat weinend vor Vatermutter und erzählte von der Ohnmacht, die Ordnung zu erhalten.
Doch Nerthus lächelte nur und segnete sie beide.
Von nun an sollten sie sich um die Wesen der Welt sorgen, sollten sich dazu Helfer erschaffen. Nerthus ging zurück zur Quelle aller Kraft um dort mit Tochtersohn auszuruhen und auf einen neuerlichen Zeitkreis zu warten. Das sei der Lauf der Dinge, das Rad des Schicksals der Wesen und Welten, so erklärte Nerthus es dem urgöttlichen Paar.

Dann ging Vatermutter mit verhüllter Gestalt davon. Nur ein Fünkchen blieb zurück. Zur Hoffnung und Stärkung. Hel- das Verhüllte oder auch Holle.. so war der Name des Funkens von Nerthus. Zu finden zwischen den Welten, im Nebel und im Wasser. Im Zwielicht des Abends und des Morgens, unter den Erlen und Weiden am Fluss und in der Sturmflut auf hoher See.

Das Urgöttliche Paar jedoch zeugte seine Helfer-die Götter. Diese erschufen sich den Menschen,
Denn das Prinzip der Nerthus-Kraft ist die Schöpfung und diese Kraft ist in allen Wesen dieser Welt vorhanden. So sind wir alle Kinder der Urkraft und in uns wohnt die göttliche Kraft, selbst zu erschaffen was wir uns erdenken.

 

©️Conny Döring

 

 

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